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Quelle: ekiba / Martina Bocher

Kirche als Organisation

Die gemeindliche Struktur in Baden
Ihr seid auf dem Fundament der
Apostel und Propheten aufgebaut,
in dem Jesus Christus
selbst der Eckstein ist. 
Epheser 2,20-21)
 

Die grundlegende örtliche Einheit in der badischen Landeskirche ist die Pfarrgemeinde. Insgesamt gibt es rund 700 Pfarrgemeinden. Die Pfarrgemeinden sind sogenannte Körperschaften des kirchlichen Rechts. Dieser rechtliche Status ist die Grundlage dafür, dass Pfarrgemeinden kirchlich aktiv sind und ihren geistlichen Aufgaben nachkommen.

Im Bereich des staatlichen Rechts können sie aber nicht tätig werden. Eine Pfarrgemeinde kann niemanden einstellen. Sie kann auch nicht Trägerin einer Kindertagesstätte sein oder ein Gemeindehaus unterhalten. Sie kann nichts einkaufen oder andere Verträge abschließen. Einer Pfarrgemeinde fehlt sozusagen die Geschäftsfähigkeit im staatlichen Rechtsbereich.

Von den rund 700 Pfarrgemeinden sind deshalb rund 500 gleichzeitig auch Kirchengemeinden. Die anderen rund 200 Pfarrgemeinden bilden zu zweit oder zu mehreren eine Kirchengemeinde. Das ist in allen Stadtkirchenbezirken (Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Pforzheim und Freiburg) so, aber auch in vielen anderen Stadtgemeinden.

Eine Kirchengemeinde ist eine sogenannte Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das heißt: sie ist geschäftsfähig und kann im Rahmen der landeskirchlichen Vorgaben alles tun, was notwendig ist, um das gemeindliche Leben auch im rechtsgeschäftlichen Bereich zu sichern. Es gibt also keine Pfarrgemeinde, die nicht gleichzeitig auch eine Kirchengemeinde oder Teil einer Kirchengemeinde ist.

Neben örtlichen Kirchengemeinden gibt es in Baden auch einige wenige sogenannte Personalgemeinden. Diese beziehen sich nicht auf einen örtlich bestimmten Bereich, etwa ein oder mehrere Stadtviertel oder ein Dorf. Wer evangelisch ist, kann hier Mitglied werden. Beispiele sind Dreisam3 in Freiburg oder die Kapellengemeinde in Heidelberg. Personalgemeinden werden wie Pfarrgemeinden behandelt.

Mehr zum Thema Gemeinde finden Sie hier.

 

Die Gemeindeleitung
Und sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein,
beteten und fasteten
und befahlen sie dem Herrn,
an den sie nun glaubten. 
Apostelgeschichte 14,23
 

Leitung geschieht in der badischen Landeskirche immer kooperativ. Das bedeutet, dass Leitung niemals durch eine Person alleine erfolgt. Darum gibt es in jeder Gemeinde ein sogenanntes Leitungsorgan. In einer Pfarrgemeinde heißt dieses Leitungsorgan Ältestenkreis.

Rudern zwei ein boot,
der eine kundig der sterne,
der andre kundig der stürme,
wird der eine führn durch die sterne,
wird der andre führn durch die stürme,
und am ende ganz am ende
wird das meer in der erinnerung blau sein.*  

Das macht Sinn: Denn wenn mehrere sich mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten zusammentun, so bringen sie es weiter als einer allein. Darum wird das „Schiff, das sich Gemeinde nennt“, auch nicht von einem allein gesteuert, sondern gemeinsam von Pfarrerin und Pfarrer und dem Kirchengemeinderat. Gemeinsam leiten funktioniert aber nicht automatisch. Die zwei im Gedicht sind in verschiedenen Gebieten kundig; über die Sterne und die Stürme wird nicht diskutiert und abgestimmt, sondern der jeweils Kundige übernimmt Führung. Das ist die hohe Kunst des gemeinsamen Leitens: Unterschiede anerkennen und wertschätzend einsetzen.

So beschreibt auch Paulus im 1. Korintherbrief, dass in der Gemeinde Menschen mit unterschiedlichen Gaben zum Wohle der Gemeinde zusammenarbeiten – jeder hat dabei seinen Bereich und bringt einen wichtigen Beitrag.

In der Kirche wird das konsequent auf allen Ebenen durchgehalten, es gibt immer die gemeinsame Verantwortung von gewähltem Ehrenamt und geistlichem Amt. So braucht es zum Leiten in der Kirche immer beide: den Theologen / die Theologin und die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde, die Kirchenältesten. Nur im Zusammenspiel sind Haupt- und Ehrenamtliche kundig genug für das Steuern der christlichen Gemeinde.

Jede/jeder soll sein „Kundig-Sein“ einbringen und „führn“, dort, wo er etwas davon versteht – und „das meer wird in der erinnerung blau sein“. Darum gibt es in jeder Gemeinde ein sogenanntes Leitungsorgan. In der Pfarrgemeinde ist das der Ältestenkreis.

Ist die Pfarrgemeinde gleichzeitig auch eine Kirchengemeinde, dann wird aus dem Ältestenkreis der Kirchengemeinderat. Als Leitungsorgan ist dieser für die Aufgaben der Pfarr- und Kirchengemeinde zuständig. In diesen sogenannten „1 zu 1“-Gemeinden werden die Begrifflichkeiten Pfarrgemeinde und Ältestenkreis durch die Bezeichnungen Kirchengemeinde und Kirchengemeinderat überlagert und geraten darum auch oft in Vergessenheit.

In einer Kirchengemeinde mit mehreren Pfarrgemeinden agieren die Ältestenkreise und der Kirchengemeinderat mit ihren jeweiligen Aufgaben nebeneinander. Die einzelnen Ältestenkreise entsenden dann aus ihrer Mitte mehrere Personen, die zusammen den Kirchengemeinderat bilden.

*Quelle: Reiner Kunze, „rudern zwei“. Aus ders., gespräch mit der amsel. © S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1984.

Mehr zum Thema Leitung und Aufbau der Kirche finden Sie hier.

 

Zusammensetzung der Ältestenkreise
Ihr aber seid der Leib Christi
und jeder Einzelne ein Glied. 
1. Korinther 12,27
 

Ein Ältestenkreis setzt sich aus stimmberechtigten und beratenden Mitgliedern zusammen. Stimmberechtigte Mitglieder sind zum einen die Kirchenältesten. Diese werden alle sechs Jahre durch die wahlberechtigten Mitglieder der Pfarrgemeinden gewählt. Neben der allgemeinen Gemeindewahl kann der Ältestenkreis innerhalb dieser sechs Jahre noch eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern der Gemeinde als Kirchenälteste in den Ältestenkreis zuwählen.

Stimmberechtigte Mitglieder sind zum anderen die Mitglieder kraft Amtes. Diese werden nicht gewählt, sondern sind aufgrund ihrer Tätigkeit automatisch Mitglied im Ältestenkreis. Das ist die Pfarrerin oder der Pfarrer der Gemeinde oder, wenn die Pfarrstelle unbesetzt ist, die Person, die diese Pfarrstelle übergangsweise verwaltet. Auch ein Gemeindediakon, eine Gemeindediakonin der/die in der Gemeinde eingesetzt ist, ist automatisch Mitglied im Ältestenkreis.

Daneben gibt es beratende Mitglieder. Diese Mitglieder haben alle Rechte und Pflichten, die aus der Mitgliedschaft im Ältestenkreis entstehen. Ausgenommen hiervon ist nur das Stimmrecht. Beratende Mitglieder dürfen also bei allem mitreden, aber nicht mit abstimmen. Auch hier gibt es beratende Mitglieder, die aufgrund ihrer Tätigkeit automatisch Mitglied sind. Daneben kann der Ältestenkreis weitere beratende Mitglieder in den Ältestenkreis berufen.

 
Fragen zur Kirchenwahl
Quelle: ekiba

Kontaktieren Sie uns: 

Jörg Stephan, Annette Barth,          Bernd Lange

0721 / 9175 – 602                      kirchenwahlen[at]ekiba[dot]de